Vorwort

Das "133er-Polini-Projekt"

Dieses "133er-Polini-Projekt" soll all denjenigen helfen, die sich einen Vespa-Motor mit einem 133er-Polini-Rennzylinder aufbauen wollen, die aber die dazu n├â┬Âtige Erfahrung noch nicht haben bzw. sich zu dem Thema erst mal was anlesen wollen. Zudem soll diese Site auch denen eine Hilfe sein, die gerne mal was vergessen und daher ab und zu nachschlagen wollen/m├â┬╝ssen.
Ich habe das alles zusammengetippt, weil ich im Germanscooterforum einst selbst ein Topic er├â┬Âffnete, da ich ├â┬╝berhaupt keinen Plan von der Sache hatte. Deshalb haben die vielen Tipps, Anregungen und Ratschl├â┬Ąge, besonders von den Tuning-Experten aus dem GSF, mir sehr geholfen, den Zweitakt- bzw. Vespa-Motor ├â┬╝berhaupt erst mal zu verstehen und danach einen recht flotten 133er-Polini-Motor aufzubauen. Daf├â┬╝r noch mal DANKE an alle, die mitgedacht, mitgeholfen und mitgefiebert haben. Es sind zu viele, um sie hier einzeln aufzuz├â┬Ąhlen.
Ein ganz besonderer Dank geht hier aber ausdrücklich an Ian H. (GSF-Nick: "insomnio"), der diese Seite mit unglaublicher Geduld und Initiative "gebaut" hat.
Diese Anleitung hat ├â┬╝brigens keinen Anspruch auf Vollst├â┬Ąndigkeit und bleibt in einigen Punkten nur an der Oberfl├â┬Ąche ├»┬┐┬Ż sie ist eher ein umfangreicher Einsteiger-Leitfaden als eine detaillierte High-End-Tuning-Bibel. Die zusammengetragenen Tipps basieren auf den Praxis-Erfahrungswerten vieler Rollerfahrer, die sich mit High-End-Tuning sehr gut auskennen, vor allen Dingen mit dem 133er-Polini. Alle Erg├â┬Ąnzungen, Korrekturen, Verbesserungen etc. auf dieser Website werden regelm├â┬Ą├â┬čig auf der Startseite dokumentiert.
Wer Anregungen bzw. fundierte Kritik mitteilen m├â┬Âchte oder gar inhaltliche Fehler gefunden hat (Stichwort: "gef├â┬Ąhrliches Halbwissen"), kann gerne eine Mail schreiben an:
dittmar(dot)jurko(at)web(dot)de
So, nun viel Spa├â┬č beim Lesen und t├â┬╝fteln!

Ur-Setup des GSF-Polini

Bearbeitungsma├â┬čnahmen:
  • 133er-Polini (Mono, ungedreht)
  • Malossi-Kopf (vom 136er), Brennraum auf Polini-Kolben umgearbeitet, zentriert, Quetschkante 1.2mm
  • str├â┬Âmungsg├â┬╝nstige ETS-Lippenwelle
  • Vergaser 27er Mikuni TMX (HD 230, PJ 50, ND 20, Nadel von 30er TMX 2. Clip v.o.)
  • 4 Scheiben XL2-Kupplung mit 3 gek├â┬╝rzten Worb-Federn und 3 "normal verst├â┬Ąrkten" Federn
  • Ram Air Luftfilter mit Adapterring f├â┬╝r 27er TMX
  • Polini 24mm Membran-Ansaugstutzen, aufgefr├â┬Ąst an beiden "Enden"
  • Conversion-Verbindungsgummi von Malossi
  • Geh├â┬Ąuse-Dichtfl├â┬Ąche abgeplant (1mm) f├â┬╝r mehr Dichtfl├â┬Ąche
  • Geh├â┬Ąuse-├â┬ťberstr├â┬Âmer massiv gefr├â┬Ąst (vorher aufgeschwei├â┬čt), poliert
  • Geh├â┬Ąuse-Einlass massiv gefr├â┬Ąst (mit Kaltmetall abgesichert), poliert
  • Zylinder oben 2mm abgedreht
  • Zylinder unten 3mm abgedreht (f├â┬╝r mehr Dichtfl├â┬Ąche rund um die seitlichen ├â┬ťberstr├â┬Âmer)
  • 6mm Eigenbau-Fu├â┬čdichtung aus Aluminium, zentriert
  • Boost-Port nicht (!) aufgemacht
  • Zylinder-├â┬ťberstr├â┬Âmer aufgefr├â┬Ąst, poliert
  • Boost-Port-Rutsche im Zylinder smooth gefr├â┬Ąst
  • seitliche "Kolbenfenster" an Geh├â┬Ąuse-├â┬ťberstr├â┬Âmer angepasst
  • Auslass-Fenster etwas in die Breite erweitert (63.9 % der Bohrung)
  • Auslass-Flansch auf 30mm aufgefr├â┬Ąst, gegl├â┬Ąttet und poliert
  • Steuerzeiten: Auslasszeit 184├â┬č, ├â┬ťberstr├â┬Âmzeit 122├â┬č, Vorauslass 31├â┬č
Leistung auf dem Prüfstand 18,1 PS (noch nicht richtig abgedüst):
Leistungsdiagramm (mit Polinikolben)
Das kann sich durchaus sehen lassen.

Letztes Setup des GSF-Polini

Stand Oktober 2006

Bearbeitungsma├â┬čnahmen:
  • 133er-Polini (Mono, ungedreht)
  • GS-Kolben, 1. ├â┬ťberma├â┬č
  • Zentralkerzen-Kopf ("gerHEAD"), Brennraum auf GS-Kolben umgearbeitet, zentriert, Quetschkante 1.2mm
  • str├â┬Âmungsg├â┬╝nstige ETS-Lippenwelle
  • Vergaser 27er Mikuni TMX (HD 230, PJ 50, ND 20, Nadel von 30er TMX 2. Clip v.o.)
  • 4 Scheiben XL2-Kupplung mit 3 gek├â┬╝rzten Worb-Federn und 3 "normal verst├â┬Ąrkten" Federn
  • Ram Air Luftfilter mit Adapterring f├â┬╝r 27er TMX
  • Polini 24mm Membran-Ansaugstutzen, aufgefr├â┬Ąst an beiden "Enden"
  • Conversion-Verbindungsgummi von Malossi
  • Geh├â┬Ąuse-Dichtfl├â┬Ąche abgeplant (1mm) f├â┬╝r mehr Dichtfl├â┬Ąche
  • Geh├â┬Ąuse-├â┬ťberstr├â┬Âmer massiv gefr├â┬Ąst (vorher aufgeschwei├â┬čt), poliert
  • Geh├â┬Ąuse-Einlass massiv gefr├â┬Ąst (Durchbruch aufgeschweisst), poliert
  • Zylinder oben & unten passend abgedreht
  • 1mm Eigenbau-Fu├â┬čdichtung aus Aluminium, zentriert
  • Boost-Port aufgemacht
  • Zylinder-├â┬ťberstr├â┬Âmer aufgefr├â┬Ąst, poliert
  • Boost-Port-Rutsche im Zylinder ├»┬┐┬Żsmooth├»┬┐┬Ż gefr├â┬Ąst
  • seitliche "Kolbenfenster" an Geh├â┬Ąuse-├â┬ťberstr├â┬Âmer angepasst
  • Auslass-Fenster etwas in die Breite erweitert (63.9 % der Bohrung)
  • Auslass-Flansch auf 30mm aufgefr├â┬Ąst, gegl├â┬Ąttet und poliert
  • Steuerzeiten: Auslasszeit 184├»┬┐┬Ż, ├â┬ťberstr├â┬Âmzeit 122├»┬┐┬Ż, Vorauslass 31├»┬┐┬Ż
Leistung auf dem Prüfstand: nicht eindeutig (Vergaser-Schieber ging beim Prüfstandlauf nur zu 80 Prozent auf):
Leistungs-Gutachten

Grundsätzliches

Grunds├Ątzliche ├ťberlegungen zum Setup

Das Wichtigste ist, sich vor Beginn zu ├â┬╝berlegen, wof├â┬╝r der Motor eigentlich gedacht sein soll. Kernfrage: Was soll der Motor bei welcher Drehzahl k├â┬Ânnen? Und: Ausschlie├â┬člich Renn-Hobel oder Alltagsroller?
Rennroller Alltagsroller
Vorher überlegen: Fieser Rennroller oder lieber schnuckeliger Alltagsroller?
Es macht n├â┬Ąmlich keinen Sinn, einen Motor aufzubauen, der seine Leistung erst richtig ab 8500 Umdrehungen (rpm) abgibt und die Maximalleistung bei 11000 rpm hat, um sich dann zu wundern, warum er nicht wirklich alltagstauglich und entspannt im Stadtbetrieb fahrbar ist. Wer mit dem 133er-Polini einen Rennmotor f├â┬╝r Quartermiles aufbauen will, muss demnach anders an die Bearbeitung rangehen, als diejenigen, die einen getunten 133er f├â┬╝r den t├â┬Ąglichen Gebrauch in der Gro├â┬čstadt fahren wollen! Das ist auch eine Frage der Haltbarkeit, Fahrbarkeit und des Budgets.
Ein gesteckter "Plug & Play"-Polini ist schon eine deutliche Verbesserung zu den Original-125er-Zylindern. Bis zu 11 PS sind da mit den entsprechenden Komponenten drin. Das kann schon v├â┬Âllig ausreichen f├â┬╝r den Alltag.
Wer mehr will, hat die Option, den Zylinder mittels verschieden starker Fu├â┬čdichtungen so weit h├â┬Âher zu legen, dass der Kolben im Unteren Totpunkt (UT) die ├â┬ťberstr├â┬Âmfenster ganz frei gibt.
Dicke Fußdichtung 3 Dicke Fußdichtung 5
Dicke Fußdichtung 4 Dicke Fußdichtung 1
Fu├â┬čdichtungen kann man sich in der entsprechenden St├â┬Ąrke selber basteln, um den Zylinder hochzusetzen.
Vom Kolben frei gegebene Überstr&÷uml;mer
      1 Vom
      Kolben frei gegebene Überstr&÷uml;mer 2
Durch das H├â┬Âherlegen gibt der Kolben im Unteren Totpunkt die ├â┬ťberstr├â┬Âmer komplett frei, der Gemischstrom muss nicht ├â┬╝ber eine Kante "h├â┬╝pfen".
Das sorgt schon mal für Extra-Leistung. Der Zylinder sollte dann natürlich oben entsprechend abgedreht werden, vorher muss jedoch die Quetschkante beachtet werden! Mehr dazu in den folgenden Kapiteln.
Oben abgedrehter Zylinder
Um die Anhebung durch die Fu├â┬čdichtung auszugleichen wird der Zylinder oben abgedreht.
Auch die Wahl des Vergasers ist abh├â┬Ąngig vom angepeilten "Ziel". Gesteckte, aber auch bearbeitete 133er-Polinis laufen gut mit einem 24er Vergaser, bei gr├â┬Â├â┬čeren Bearbeitungsma├â┬čnahmen oft aber besser mit einem gr├â┬Â├â┬čeren Vergaser. Mehr Sprit = mehr Leistung. Will man sich nun dennoch einen massiv gefr├â┬Ąsten Motor aufbauen, darf man nie das Budget aus den Augen verlieren. Da kommen schnell 1000 Euro f├â┬╝r die Komponenten (HP4-L├â┬╝fterrad, Kurbelwelle, Vergaser, Zylinderkopf, Auspuff etc.) zusammen, plus das Geld f├â┬╝r Dienstleistungen (z.B. aufschwei├â┬čen, abplanen etc.), die man vielleicht selber nicht kann.
Bei dem hier besprochenen Polini-Motor war der Ansatz: Fast alles machen, was für einen sehr leistungsstarken, aber dennoch im Alltag gut fahrbaren Vespa-Motor geht.

Drehschieber oder Membran?

Bevor es nun mit einem Ziel vor Augen weitergeht, sollte man sich grunds├â┬Ątzlich ├â┬╝berlegen, ob man den 133er-Polini-Zylinder ├â┬╝ber Drehschieber oder ├â┬╝ber Geh├â┬Ąuse-Membraneinlass fahren will. Beides hat Vor- und Nachteile, die Meinungen gehen in diesem Punkt teils sehr weit auseinander. Fest steht: Es gibt Drehschieber-Motoren mit mehr als 20 PS. Aber auch Membran-Motoren mit mindestens ebenso viel und sogar mehr Leistung.
Leistungskurve Drehschieber
Oben die Leistungskurve des Drehschieber-Motors von Mathias Sch. (GSF: "amazombi"). PK 125 ETS-Geh├â┬Ąuse mit HP4, Original-Kurbelwelle, MRB-ASS, GS-Kolben, Malossi-Kopf, 30er Koso Vergaser und Hammerzombi-Auspuff.
Leistungskurve Membran
Und das hier ist die Leistungskurve des Membran-Motors von Olaf B. (GSF: "bodybuildinggym"). Er hat einen Einlass ├â┬╝ber beide Geh├â┬Ąuseh├â┬Ąlften.
Grunds├â┬Ątzlich ist es immer eine Schande, einen funktionierenden Drehschieber-Motor auf Membran aufzufr├â┬Ąsen, denn das l├â┬Ąsst sich nicht wieder r├â┬╝ckg├â┬Ąngig machen. Bei meinem Polini-Motor habe ich mich dennoch f├â┬╝r Membran entschieden. Wer sich da nicht sicher ist, sollte sich in der einschl├â┬Ągigen Literatur und in Rollerforen schlau machen, denn das Thema wird hier (noch) nicht weiter detailliert behandelt. Trotzdem hier eine ganz grobe Erkl├â┬Ąrung:
Drehschieber
Die Einlass-Steuerzeiten der Kurbelwelle bestimmen, wann und wie viel Gemisch in den Kurbelraum str├â┬Âmen kann. Die Welle sowie die Drehschieberdichtfl├â┬Ąche (wird oft auch Vorverdichterplatte genannt) k├â┬Ânnen jedoch noch nachbearbeitet werden (Rennwelle statt Original-Welle, flexen, dremeln), so dass man auch bei einem Drehschieber-Motor auf hervorragend quartermiletaugliche Steuerzeiten kommen kann. Nachteil: Je nach Bearbeitung wird der Roller sehr durstig...
Membran
Hat den Vorteil, dass sich der Motor genau die Gemischmenge nimmt, die er braucht. Das hei├â┬čt: Er ist nicht mehr abh├â┬Ąngig von den Einlass-Steuerzeiten der Kurbelwelle. Durch den von der Kolbenbewegung verursachten Unterdruck im Kurbelgeh├â┬Ąuse wird das Gemisch durch die nur einseitig ├â┬Âffnende Membran angesaugt. Vorteil: Membran ist spritsparender. Nachteil: Die Membranzungen arbeiten nicht in jedem Drehzahlbereich optimal. So k├â┬Ânnen sie bei hohen Drehzahlen flattern und bei niedrigen nicht weit genug ├â┬Âffnen, weil sie zu steif sind. Au├â┬čerdem k├â┬Ânnen sie auch zerbr├â┬Âseln.

Komponenten

Vergaser

Der 133er-Polini kann bereits mit einem 19er Vergaser gefahren werden. Dennoch beatmen ihn die meisten mit einem 24er, unabh├â┬Ąngig davon, ob der Motor gefr├â┬Ąst wurde oder nicht. Bei der Wahl des richtigen Vergasers ist nicht nur das finanzielle Budget wichtig, sondern auch das Ziel, das erreicht werden soll. Je gr├â┬Â├â┬čer der Vergaser, desto besser kann (!) die Leistung in den oberen Drehzahlbereichen sein, was aber zu weniger Dampf untenrum f├â┬╝hren kann (!). Ein massiv gefr├â┬Ąster Motor braucht nat├â┬╝rlich auch dementsprechend die M├â┬Âglichkeit, mit ausreichend Gemisch versorgt zu werden. Mehr Sprit = mehr Leistung. Daher wird ab einem gewissen Bearbeitungs-Stand ein 27er Vergaser sinnvoll. Sehr gut funktioniert auf ambitioniert gefr├â┬Ąsten 133er-Motoren der 27er Mikuni TMX, aber auch der 28er Koso-Vergaser (Keihin-Nachbau) macht m├â┬Ąchtig Schub!
Als vern├â┬╝nftige Anfangsbed├â┬╝sung f├â┬╝r den 27er TMX hat sich herausgestellt: HD 240, ND 25, PJ 45, Nadel vom 30er TMX (5 EL 68-3) auf 2. Clip von oben. So sollte (fast) jeder 133er-Polini, der ├â┬╝ber Geh├â┬Ąuse-Membran gefahren wird, erst mal etwas zu fett bed├â┬╝st sein, aber gut anspringen und f├â┬╝r eine erste Testfahrt parat sein. Dennoch ├â┬╝bernehme ich f├â┬╝r Motorsch├â┬Ąden, die aus dieser Bed├â┬╝sung resultieren, keine Verantwortung!

Ansaugstutzen

Welcher Ansaugstutzen (ASS) zum Einsatz kommt, h├â┬Ąngt von der Vergasergr├â┬Â├â┬če, dem angestrebten Leistungsziel und dem Budget ab.
Fest steht: F├â┬╝r einen Motor mit Einlass ├â┬╝ber Geh├â┬Ąusemembran muss es ein Membran-Ansaugstutzen sein. Den gibt es in den Gr├â┬Â├â┬čen 19mm (z.B. Polini), 24mm (Polini) und 25mm (Malossi) zu kaufen. Der 19er passt nur mit dem 19er Vergaser, den 24er Ansaugstutzen kann man mit entsprechendem Gummiverbindungsst├â┬╝ck bis mindestens Vergasergr├â┬Â├â┬če 27mm passend machen. Mehr Fleisch jedoch hat der 25mm-Ansaugstutzen von Malossi. Das Teilst├â┬╝ck von der Membran zum Vergaser kann man sich auch aus einem Rohst├â┬╝ck im gew├â┬╝nschten Durchmesser selber basteln.
Malossi Membranansaugstutzen
Oben: So sieht ein 24mm Polini-Membran-Ansaugstutzen aus. Unten: Ein 25mm Malossi-Membran-ASS. Fotos von Christian P. (GSF-Nick "v50 1Serie").
Malossi-Ass von Ch. Pirner
Wichtig ist, die ├â┬ľffnung des ASS exakt so gro├â┬č zu dremeln, wie die Einlass-├â┬ľffnung im Geh├â┬Ąuse (am besten mittels Pappdichtung anzeichnen), damit der Gemischfluss am ├â┬ťbergang von ASS ins Geh├â┬Ąuse str├â┬Âmungsg├â┬╝nstig ist/wird.
Membraneinlass (Gehäuse) Einlass von
      Christian P.
Links: Der aufgefr├â┬Ąste 2-Loch-Einlass meines Motors. Rechts: Der 3-Loch-Einlass von Christian P.
Au├â┬čerdem kann der ASS noch mit dem Dremel oder mit Schleifpapier erweitert werden. Bei 133er-"P&P"-Polini-Zylindern hat sich der 24er Dell├â┬čOrto auf 24er Polini-Membran-ASS als gute Vergaserwahl bew├â┬Ąhrt.
Ansaugstutzen Vergleich
Links der nachgearbeitete Malossi Ansaugstutzen, rechts ein unbearbeiteter Ansaugstutzen.
Als weitere leistungssteigernde Ma├â┬čnahme k├â┬Ânnen die Membran-Pl├â┬Ąttchen optimiert werden. Die Pl├â┬Ąttchen gibt es in "weich", "mittel" und "hart". Je weicher, desto besser ├â┬Âffnen sie untenrum, doch desto eher flattern sie bei hohen Drehzahlen. Auch der Steg in der Mitte der Membran kann entfernt werden, dann wird aus der 2x2-Klappen-Membran eine 2-Klappen-Membran. Dabei sollten aber Eigenbau-Pl├â┬Ąttchen (z. B. 0,4mm von Polini) zum Einsatz kommen, weil sonst das wilde Geflatter los geht. Das Verbindungsst├â┬╝ck zwischen Vergaser und ASS l├â┬Ąsst sich auch gut aus einem Auto-K├â┬╝hlerschlauch oder Rohren aus dem Sanit├â┬Ąrbereich selbermachen. Hierbei sollte beachtet werden, dass jeder Knick und jede scharfe Kante den Gemischfluss behindert, was Leistung kostet!

Zylinder & Kopf

Zylinder-├ťberstr├Âmer

So, nun zu den ├â┬ťberstr├â┬Âmern. Grunds├â┬Ątzlich gilt: Das Gemisch muss die M├â┬Âglichkeit haben, m├â┬Âglichst ungehindert und ohne gro├â┬če Verwirbelungen aus dem Kurbelgeh├â┬Ąuse in die ├â┬ťberstr├â┬Âmer des Zylinders zu kommen. Daher ist jede scharfe Kante, jeder Knick und jede Unebenheit am ├â┬ťbergang von Geh├â┬Ąuse (bzw. FuDi) zu Zylinder Gift! Bei einem P&P-Polini reicht es als weitere leistungssteigernde Ma├â┬čnahme aus, die unbearbeiteten ├â┬ťberstr├â┬Âmer des Zylinders per Pappdichtung aufs Geh├â┬Ąuse zu ├â┬╝bertragen, um dann am Geh├â┬Ąuse die gleiche ├â┬ťS-Form wie im Zylinder zu schaffen. Das bringt vielleicht nicht besonders viel, aber immerhin Extra-Leistung.
Zylinderfuß 1
Ein ├â┬ťS ist schon gut in Form, der andere noch nicht. Oben rechts gut zu sehen: Die Dichtfl├â┬Ąche ist verdammt knapp!
Zylinderdichtung
Auch hier gut erkennbar: Dichtfl├â┬Ąche sehr knapp (1 & 3).
Um mehr Dichtfl├â┬Ąche zu bekommen ist es daher sinnvoll, den Zylinder unten um rund 2,5mm bis 3mm abdrehen zu lassen.
Zylinderfuß 7
Dieser 133er ist an den ├â┬ťS noch v├â┬Âllig unbearbeitet und um 3mm unten abgedreht.
Zylinderfuß 2 Zylinderfuß 3
Links mein Zylinder im fertigen Einbauzustand. Rechts ein "fremder" 133er.
Zylinderfuß 4
Hier ist genug Dichtfl├â┬Ąche rund um die ├â┬ťS.
Broz666 Zylinderüberstr&÷uml;mer
Der Zylinder von GSF-Mitglied "broz666".
Und hier nochmal der sch├â┬Âne Vergleich:
Zylivergleich Christian P.
Links der Zyli ist nicht abgedreht, die ├â┬ťS sind aber gefr├â┬Ąst. Rechts der Zyli ist unten abgedreht, Boost Port daher offen und die ├â┬ťS gr├â┬Â├â┬čer. Foto: Christian P.
Die Form der Zyli-├â┬ťS ist ein sehr strittiges Thema, da hat fast jeder Motorenbauer seine eigene Philosophie. Manche schaffen eher eine Trapez-Form, andere machen die Form eher abgerundet wie bei einem Halbkreis. Was wirklich mehr Leistung bringt, l├â┬Ąsst sich nicht mal eben so ermitteln, daf├â┬╝r m├â┬╝sste man mehrere Pr├â┬╝fstandsl├â┬Ąufe mit unterschiedlich bearbeiteten ├â┬ťS (aber ansonsten exakt gleichen Motoren) machen. Und das auch noch unter absolut gleichen Bedingungen. Aber weiter: Nach dem Gestalten der Zylinder-├â┬ťS sollte die Zylinderfu├â┬čwand der ├â┬ťS-Form entsprechend angepasst/ge├â┬Âffnet werden (Dremel mit Mini-Trennscheibe).
Als Werkzeuge empfehlen sich wie immer der Dremel mit Fr├â┬Ąsaufs├â┬Ątzen (Kugelform, zylindrisch), Schleifpapieraufs├â┬Ątze in verschiedenen K├â┬Ârnungen und Durchmessern und die Mini-Trennscheibe. Nach dem Fr├â┬Ąsen nicht vergessen, die ├â┬ťS zu polieren und den Zylinder ordentlich mit Bremsenreiniger und Druckluft zu sp├â┬╝len! Wichtig! Vor dem finalen Einbau unbedingt die Kanal-Fenster im Zylinder anfasen, damit sich die Kolbenringe nicht einh├â┬Ąngen k├â┬Ânnen. Das kann zum Totalschaden des Motors f├â┬╝hren! Und dann passiert zum Beispiel so etwas:
Zerschroteter Kolben 1 Zerschroteter Kolben 2
Der Kolbenring hatte sich an der Unterkante des Auslassfensters eingehangen, wurde weggesprengt. In diesem Fall scheint es aber eher ein Materialfehler gewesen zu sein.
Zerschroteter Zylinderkopf
Und so sah der Kopf nach dem Desaster aus.

Kolben & GS-Kolben

Auch am Kolben lassen sich einige Ma├â┬čnahmen durchf├â┬╝hren, damit das Motor-Setup harmonisch ist: So macht es wenig Sinn, die Zylinder-├â┬ťS gr├â┬Â├â┬čer zu machen, aber die (seitlichen) ├â┬ťS-Fenster im Kolben nicht dementsprechend anzupassen. Also nach dem Fr├â┬Ąsen der Zyli-├â┬ťS den Kolben einfach mal in den Zylinder schieben, dann sieht man sehr gut, wo was weggenommen werden sollte, um eine m├â┬Âglichst str├â┬Âmungsg├â┬╝nstige Umgebung zu schaffen.
Kolbenfuß
Tipp: Mittels selbst gemachter Markierung darauf achten, dass der Kolben tats├â┬Ąchlich so im Zylinder steckt, wie im Einbauzustand. Und die Anpassungsarbeiten zwischendurch unbedingt immer wieder kontrollieren!
Das gilt ebenso beim Bearbeiten des Kolbenfensters: Vergleicht man die Gr├â┬Â├â┬če des Fensters im Kolben mit dem des Boost-Ports, stellt man fest: Da geht noch was!

GS-Kolben

Da immer wieder Erfahrungsberichte ├â┬╝ber mangelnde Qualit├â┬Ąt bei den Originalkolben (und Kolbenringen) f├â┬╝r den 133er Polini die Runde machen, kann und sollte man diesen bei Tuningmotoren gegen einen so genannten "GS-Kolben" austauschen (bei Plug&Play-Polinis nicht zwingend notwendig). Dieser hochwertige Conversion-Kolben wurde von der Firma Grand-Sport (GSF-Mitglied "Olli ETS") eigens f├â┬╝r den 133er-Polini entwickelt und wird von ihr vertrieben. Auch bei dem hier besprochenen Polini-Motor wurde mittlerweile der GS-Kolben verbaut, da der Originalkolben beim Pr├â┬╝fstandslauf den Geist aufgegeben hat.
>> Vorteile: Der Kolben besteht zu mindestens 18 Prozent aus Silizium (Original-Kolben: rund 15 %). Der h├â┬Âhere SI-Anteil reduziert die W├â┬Ąrmeausdehnung und steigert die Verschlei├â┬čfestigkeit. Zudem hat der GS-Kolben zwei extrem stabile Kolbenringe (1mm) aus Kugelgraphit mit verchromter Lauffl├â┬Ąche. Die neueste Kolbenserie ist zus├â┬Ątzlich beschichtet, was f├â┬╝r optimale Notlaufeigenschaften, reduzierte Reibung und f├â┬╝r ein perfektes Einfahren von Kolben und Zylinder sorgt. Au├â┬čerdem k├â┬Ânnen aufgrund der stabilen Kolbenringe breitere Auslassquerschnitte realisiert werden.
>> "Nachteile": Die Kompressionsh├â┬Âhe unterscheidet sich um 5.5mm, bezogen auf den 133er-Originalkolben. Das hei├â┬čt, der Zylinder muss dementsprechend angepasst/abgedreht werden. Will man den Zylinder anheben, um spezielle Steuerzeiten zu realisieren, dann kann es sein, dass der Polini-Zylinder f├â┬╝r den Einsatz eines GS-Kolbens oben und unten abgedreht werden muss. Hier unbedingt mehrfach exakt nachrechnen/messen und dabei Fu├â┬čdichtung, Quetschkante etc. nicht vergessen. Au├â┬čerdem muss f├â┬╝r den GS-Kolben der Polini-Zylinderkopf angepasst werden. Und: Der GS-Kolben wird ohne Kolbenfenster (nur mit "Cutout" im Kolbenhemd) ausgeliefert. Das Fenster mu├â┬č in Eigenarbeit gefr├â┬Ąst und abgepasst werden bzw. der Cutout "h├â┬Âher" gezogen werden. Ist aber alles kein Drama, denn wer sich einen massiv bearbeiteten Tuningmotor mit viel Geduld und hohen Kosten aufbaut, sollte hier weder sparen noch an den erforderlichen Umbauarbeiten scheitern.
Mehr Infos zum GS-Kolben gibt's hier.
Broz666 Kolben 1 Broz666 Kolben 2
Der GS-Kolben von GSF-Mitglied "broz666": Das Kolbenfenster kann so weit in die Breite gedremelt werden, bis es mit dem Boost-Port im Zylinder übereinstimmt.
Bei allen Arbeiten am Kolben ist zu beachten, dass er nicht in den Schraubstock gespannt wird, sonst bricht er! Am besten mit einer Hand festhalten und mit der anderen Hand fr├â┬Ąsen. Zudem die Ecken des Kolbenfensters etwas anrunden, das minimiert die Riss-Gefahr.
Vor dem finalen Einbau des Kolbens darauf achten, dass die Nuten f├â┬╝r die Kolbenclips nicht voller Fr├â┬Ąssp├â┬Ąne sind. Auch hier unbedingt Kompressor und/oder Bremsenreiniger verwenden! ├â┬ťbrigens: Der Pfeil bzw. die Markierung auf dem Kolbendach muss beim Einbau in Richtung Auslass zeigen.

Boostport

Der Boost-Port (BP) ist quasi der dritte ├â┬ťberstr├â┬Âmer im 133er-Polini-Zylinder, ein sogenannter St├â┬╝tzkanal. Von Werk aus ist er zu. Durch Abdrehen des Zylinders unten kann er ge├â┬Âffnet werden, dies geht aber auch ohne Abdrehen.
Zylinderfuß 2 Zylinder von
Mein Zylinder wurde unten um 3mm abgedreht, der Boost-Port blieb zu. Rechts der Zylinder von GSF-Mitglied "broz666", mit offenem Boost-Port.
Zylinder Boostport 1
Foto von GSF-Mitglied "Manuel136": An der rot eingekreisten Stelle kann die Zylinderfu├â┬čwand ge├â┬Âffnet werden, wodurch sie jedoch instabiler wird.
Vom Prinzip her gleicht die Bearbeitung des BP der Bearbeitung der Zylinder-├â┬ťS. Aber auch diese Ma├â┬čnahme ist umstritten. Denn f├â┬╝r den BP muss/sollte man auch am bzw. ins Geh├â┬Ąuse einen Kanal/├â┬ťberstr├â┬Âmer fr├â┬Ąsen. Der Boostport kann aufgrund der Platzverh├â┬Ąltnisse und der am Geh├â┬Ąuse st├â┬Ârenden Motorblockschraube nicht immens gro├â┬č ausfallen, so dass nicht klar ist, wie viel Extra-Leistung diese Ma├â┬čnahme tats├â┬Ąchlich bringt. Sicherlich bringt es aber eine weitere, in Kombination mit den anderen Ma├â┬čnahmen, positive Verbesserung der Gesamt-Leistung mit sich. Selbst wenn der BP zu bleibt, kann an seiner Innenseite die "Rutsche" gegl├â┬Ąttet werden. Zudem k├â┬Ânnen die Ausma├â┬če des linken und rechten "Kanals" vergr├â┬Â├â┬čert werden, denn auch da stehen dem Gemisch str├â┬Âmungsung├â┬╝nstige Kanten im Weg.
Zylinder Boostport 5 Boost-Port/Laufbahn
Die rot markierten Stellen k├â┬Ânnen weggedremelt, au├â┬čerdem die "Boost-Port-Rutsche" (r., mittlere Markierung) gegl├â┬Ąttet werden.

Auslass

Im Auslieferungszustand ist der Auslass des 133er-Polini oval. Bogenma├â┬č ~36mm (Sehnenma├â┬č 33,7mm) unbearbeitet (Wichtig! f├â┬╝r jeden Zylinder mit Portmap auf/aus Millimeterpapier ermitteln). Das sind 59 Prozent (33,7/57)x100=59 der Bohrung (57 mm).
Portmap
Dies ist eine Portmap eines 133er-Polini-Zylinders.
Anzustreben sind etwas weniger als 65 Prozent der Bohrung. Motto: Wo durch gro├â┬čen Einlass und gr├â┬Â├â┬čer gefr├â┬Ąste ├â┬ťberstr├â┬Âmer mehr Gemisch reinkommt, muss auch dementsprechend mehr raus k├â┬Ânnen. Das hei├â┬čt, das Bogenma├â┬č (Abwicklung) muss ~41mm sein, damit man auf rund 65 Prozent der Bohrung (bezogen auf das Sehnenma├â┬č) kommt. Also muss auf beiden Seiten des Auslassfensters so viel weggedremelt werden, dass man, mittels Portmap-Check, auf 41mm Abwicklung kommt.
Das neue Ma├â┬č kann man gut mit einer Klarsichth├â┬╝lle (b├â┬╝ndig mit Zylinderoberkante) anzeichnen, aus der man vorher die "neue" Auslassform mit Nagelschere oder Skalpell ausgeschnitten hat. Die Klarsichth├â┬╝lle mit einem leichten ├â┬člfilm in der Laufbahn fixieren, dann entf├â┬Ąllt die Fummelei mit Klebeband. ├â┬ťbrigens: Wenn man das Auslassfenster nach oben hin aufdremelt, ver├â┬Ąndert sich dadurch die Auslasszeit.
Hier noch zwei PDF-Dateien, die helfen k├â┬Ânnten:
» Portmap Schablone (PDF, 29,9 kb)
» Polini 133 Auslass (PDF, 15,5 kb)
Achtung: Mittlerweile scheint das allgemeing├â┬╝ltige Ma├â┬č "65 Prozent der Bohrung" nicht mehr tragbar zu sein, da Polini wohl die Kolbenringe ver├â┬Ąndert hat. Daher lieber etwas weniger anstreben!
Nat├â┬╝rlich muss auch der Auslassflansch angepasst werden. Da die meisten Auspuffanlagen f├â┬╝r Smallframe (SF) innen 28-32mm Kr├â┬╝mmerdurchmesser haben, sollte der Flansch am Zylinder dementsprechend aufgedremelt werden. Auch hier gilt: Jede str├â┬Âmungsung├â┬╝nstige Kante verringert die potentielle Leistung! Wichtig ist hierbei, eine gerade Linie zum Auslassfenster anzustreben und den ganzen "Auslassweg" anschlie├â┬čend zu polieren.
Beim Auslass ist es am allerwichtigsten, laufbahnseitig die Fenster-Kanten anzufasen. Hier h├â┬Ąngt sich, aufgrund der Breite des Auslassfensters, der Kolbenring ganz besonders gerne ein. Das kann zu finsteren Motorsch├â┬Ąden f├â┬╝hren. Wie diesem hier:
Zerschroteter Kolben 1 Zerschroteter Kolben 2
Einer der beiden Kolbenringe hat sich am Auslass eingehangen, wurde abgesprengt. Ergebnis: Kolben kaputt, Zylinder musste auf ├â┬ťberma├â┬č (57,5mm) gebohrt werden.

Gehäuse

Kaltmetall oder Aufschweißen?

F├â┬╝r die Gestaltung der ├â┬ťberstr├â┬Âmer am Geh├â┬Ąuse kann es n├â┬Âtig sein, au├â┬čen am Geh├â┬Ąuse auf beiden Geh├â┬Ąuseh├â┬Ąlften Material aufzutragen, weil man sonst "durchbricht". Daf├â┬╝r gibt es zwei M├â┬Âglichkeiten: Entweder aufschwei├â┬čen (lassen) oder Kaltmetall auftragen.
Beides hat Vor- und Nachteile, auch dies ist ein strittiges Thema. Viele Motoren, die um die 19 PS haben, kommen ohne Aufschwei├â┬čen und Kaltmetall aus. Merke: Gr├â┬Â├â┬čer, breiter, tiefer ist nicht immer besser.
Beim Schwei├â┬čen besteht die Gefahr, dass sich der Motorblock verzieht. Wer das dennoch riskieren will, sollte zumindest vor dem Schwei├â┬čen alte Lager einbauen und daf├â┬╝r sorgen, dass der Schwei├â┬čer den Block vorher gleichm├â┬Ą├â┬čig erw├â┬Ąrmt, beim Schwei├â┬čen nur punktet (nicht dauerbrutzelt!) und nach der Arbeit den Block (am besten in Quarzsand) gleichm├â┬Ą├â┬čig ausk├â┬╝hlen l├â┬Ąsst.
Nimmt man Kaltmetall, ist dies nicht n├â┬Âtig. Der Nachteil ist jedoch, dass sich das Kaltmetall bei nicht sorgf├â┬Ąltiger Anwendung (fettfrei, Sicherheitsbohrungen) losvibrieren kann. Im schlimmsten Fall zieht der Motor dann Falschluft, magert ab ├»┬┐┬Ż und klemmt!
Aufgeschweißtes Gehäuse 1 Aufgeschweißtes
      Gehäuse 2
Aufgeschweißtes Gehäuse 3 Aufgeschweißtes
      Gehäuse 4
An meinem Motorgeh├â┬Ąuse wurde an beiden H├â┬Ąlften aufgeschwei├â┬čt - ohne Verzug. An der LiMa-H├â┬Ąlfte musste die Z├â┬╝ndgrundplatte deshalb angepasst werden, damit sie passt.

Geh├Ąuse-├ťberstr├Âmer

Die Geh├â┬Ąuse-├â┬ťS sollten die gleiche Form haben, wie die ├â┬ťS im Zylinder. Dazu diese mittels Papp/Fu├â┬čdichtung abzeichnen und auf das Geh├â┬Ąuse ├â┬╝bertragen. Dann mit Kugelfr├â┬Ąser und Schleifpapieraufs├â┬Ątzen das Material abnehmen. Aber gerade bei diesem Thema bringen Bilder mehr als Worte.
So wie hier am Block von Christian P. wirds gemacht:
Fräsen mit Christian P.
Gehäuse 91
An diesem Geh├â┬Ąuse wurden eher moderate ├â┬ťberstr├â┬Âmer angezeichnet.
Gehäuse 4
Hier ist der rechte ├â┬ťS fast fertig, der linke bereits angezeichnet. Das Geh├â┬Ąuse wurde um 1mm abgeplant f├â┬╝r mehr Dichtfl├â┬Ąche.
Wenn man die ├â┬ťS im Zylinder voll aufmachen will, sollte beachtet werden, dass noch genug Dichtfl├â┬Ąche rundum bleibt.
Gehäuse 1
Fertig! So sehen die ├â┬ťberstr├â┬Âmer des hier besprochenen Motors aus. Links ist's eng, aber dennoch dicht...
Gehäuse 93
So gehts auch (Geh├â┬Ąuse von GSF-Mitglied "v50 1serie").
Gehäuse 92
Und auch so ist's machbar (auch von GSF-Mitglied "v50pilot").
Strittig ist beim Thema "Geh├â┬Ąuse-├â┬ťS", ob auch rund um den Kurbelwellen-Lagersitz weggefr├â┬Ąst werden sollte. Da gehen die Meinungen auseinander, sicherlich auch da es bislang nicht m├â┬Âglich war, das Gemischverhalten im Kurbelraum sichtbar zu machen. Fest steht: Durch Wegfr├â┬Ąsen rund um die Lagersitze ver├â┬Ąndert (verringert) sich die Vorverdichtung im Kurbelgeh├â┬Ąuse, je nachdem um wie viel, kann das negative Auswirkungen haben.
Gehäuse 2 Gehäuse 3
Links: Rund um die Lagersitze kann Material abgenommen werden. Rechts & unten: So sieht es dann hinterher aus.
Gehäuse 6
Gehäuse 8
Gehäuse 9
Die ├â┬ťberstr├â┬Âmer sind nach dem Fr├â┬Ąsen poliert worden.
Gehäuse 993

Einlass

Der Einlass am SF-Motorblock ist von Werk aus zu klein für Vergaser jenseits der 16mm Querschnitte.
Originaler Einlass
Eher klein: Der unbearbeitete Einlass eines 2-Loch-Smallframemotors.
Sicherlich kann bei einem "P&P"-Polini der Einlass so bleiben, wie er ist, und ein 24mm-Membran-ASS in Kombination mit einem 24er Dell├»┬┐┬ŻOrto-Vergaser montiert werden. Doch str├â┬Âmungsg├â┬╝nstig ist das nicht! F├â┬╝r den "Membran-Motor", der mit Lippenwelle gefahren wird, sollte der Einlass so gro├â┬č wie n├â┬Âtig (nicht wie m├â┬Âglich!) gedremelt werden, damit das Gemisch vom durch den Kolben erzeugten Unterdruck in ausreichendem Ma├â┬č durch die Membran angesaugt werden kann. Hier am besten den gew├â┬╝nschten Querschnitt mittels Pappdichtung aufs Geh├â┬Ąuse anzeichnen.
ASS Dichtung 2 ASS Dichtung 1
Links: Dichtung noch unbearbeitet. Rechts: Passendes Ma├â┬č ist angezeichnet.
Membraneinlass (Gehäuse)
So sieht der fertige Einlass des hier besprochenen Motors aus.
Generell gilt: Ein rundes Loch hat einen um 9 Prozent geringeren Str├â┬Âmungswiderstand als ein ovales Loch. Vor allen Dingen aber muss f├â┬╝r einen Membran-Motor auf der Innenseite die Drehschieber-Dichtfl├â┬Ąche (oft auch "Vorverdichter-Platte" genannt) weggefr├â┬Ąst werden.
Einlass modifiziert (vom Kurbelgehäuse aus)
Nicht mehr r├â┬╝ckg├â┬Ąngig zu machen: Die Drehschieber-Dichtfl├â┬Ąche ist aufgedremelt.
Der Einlass-Querschnitt sollte zu der gew├â┬Ąhlten Vergasergr├â┬Â├â┬če passen. Und auch hier gilt wie bei den ├â┬ťberstr├â┬Âmern: Den ganzen Einlassweg durchgehend polieren!
Einlass Querschnitt
Eine Einlass-Portmap.
Man kann sich ├â┬╝brigens auch den Ansaugstutzen direkt ins Motorgeh├â┬Ąuse bauen. Dann kommt die Membran bis ganz kurz vor die Kurbelwelle. Richtig Sinn macht dieser Aufwand besonders, wenn der Einlass dann ├â┬╝ber beide Motorh├â┬Ąlften geht.

Kupplung

Kupplung & Prim├Ąr & GSF-Repkit

Bei der Wahl der passenden ├â┬ťbersetzung ("Prim├â┬Ąr"/"Sekund├â┬Ąr") muss man sich vorher klar machen, was das Ziel ist.
Der hier besprochene 133er-Polini wurde zu Anfang mit einer 2.54er Prim├â┬Ąr (Z├â┬Ąhne: 24/61, schr├â┬Ągverzahnt) best├â┬╝ckt. Das Ergebnis: Hervorragend f├â┬╝r den Alltags-Einsatz und gl├â┬╝cklicherweise zu lang, um st├â┬Ąndig in den ersten drei G├â┬Ąngen ungewollt (!) Wheelies zu machen. Merke: Je k├â┬╝rzer die ├â┬ťbersetzung, desto mehr wird der Roller zum Wheelie-Monster. F├â┬╝r eine hohe Endgeschwindigkeit (Landstra├â┬čen-Roller) sollte daher eine m├â┬Âglichst lange ├â┬ťbersetzung gew├â┬Ąhlt werden. Vorsicht: Die muss der Motor aber noch ziehen k├â┬Ânnen, denn sonst hat der Roller - abh├â┬Ąngig von den Motorkomponenten - eventuell ein Ganganschluss-Problem vom dritten in den vierten Gang.

GSF-Repkit

Einige Prim├â┬Ąr-├â┬ťbersetzungen harmonieren nicht ohne Bearbeitung mit dem XL2-Kupplungskorb, sie schleifen an den Federtaschen. Um dies zu verhindern, muss an den Federtaschen des Prim├â┬Ąrkorbes ein wenig Material weggenommen/abgeschliffen werden. Oder man verbaut das sogenannte "GSF Prim├â┬Ąr Reparatur Kit", denn Denn dadurch wird in den allermeisten F├â┬Ąllen das Problem "XL2-Kupplung steckt in Nicht-XL2-Prim├â┬Ąrkorb" gel├â┬Âst.
Repkit2
So sieht das GSF-Repkit im Auslieferungszustand aus.
Das GSF-Repkit verhindert au├â┬čerdem, dass sich die Prim├â┬Ąr ungewollt zerlegt, was dann zu fiesen Motorsch├â┬Ąden f├â┬╝hren kann. Dabei biegt sich die Abdeckscheibe der Prim├â┬Ąrfedern auf, die Federn brechen/verbiegen und verteilen/verkanten sich im Motorgeh├â┬Ąuse. So wie hier im Motorblock von Frank F. (GSF-Nick "steak"):
Motorgehäuse von
Die Prim├â┬Ąrfedern haben sich verkantet.
Steak's Krümel-Teile
So zerst├â┬Ârt sahen die Einzelteile aus.

Kuludeckel XL2

Der Kupplungsdeckel der XL2-Kupplung passt nicht ohne Bearbeitung auf V50-, ET3 oder PV-Motorbl├â┬Âcke, weil die dar├â┬╝ber liegende Bremsankerplatte nicht b├â┬╝ndig mit dem Geh├â┬Ąuse wird, sondern "schief" aufliegt. Daher muss am Kupplungsdeckel etwas Material abgenommen werden. Wo genau das erforderlich ist, ergibt sich, wenn man Kupplungsdeckel und Bremsankerplatte mal zu montieren versucht. Als Werkzeug eignet sich hier besonders gut eine Powerfeile. Und auch hier gilt: Immer wieder die Arbeitsschritte zwischendurch kontrollieren!

Zündung & Elektrik

©2005 by Dittmar
MilkyCMS v2.3 by MilkyMEDIA FfM